KONGENITALER SCHIEFHALS

Was ist ein kongenitaler Schiefhals?

Ein kongenitaler Schiefhals ist eine Erkrankung des Sternocleidomastoideus-Muskels (SCM), die durch eine Kontraktur, Verkürzung oder Entzündung im Muskelbauch verursacht wird. Sie tritt normalerweise in den ersten zwei Lebensmonaten auf. Dieser Muskel befindet sich im vorderen und seitlichen Bereich des Halses und zeigt sich dadurch, dass das Baby den Kopf nur zu einer Seite dreht, während die Drehung zur anderen Seite oft schmerzhaft ist. Häufig tritt sie zusammen mit Gesichtsasymmetrien und Schädelverformungen (Plagiozephalie) auf. Die Prognose für die Genesung dieser Erkrankung ist sehr günstig; je früher die Physiotherapie beginnt, desto schneller sind Ergebnisse zu sehen.

Ursachen des kongenitalen Schiefhalses

Obwohl die Ursachen nicht klinisch bestätigt sind, wird sie häufig mit der Position des Babys im Mutterleib oder einer möglichen Überdehnung des Muskels während der Geburt in Verbindung gebracht.

Diagnose des kongenitalen Schiefhalses

Die Diagnose erfolgt symptomatisch. Normalerweise wird eine seitliche Neigung des Kopfes des Babys und eine Einschränkung der Kopfdrehung beobachtet, mit oder ohne Gesichtsasymmetrien und Plagiozephalie, sowie Veränderungen in der Muskelstruktur bei Berührung. In manchen Fällen ist eine Ultraschalluntersuchung des Muskels erforderlich.

Komplikationen des kongenitalen Schiefhalses

Die meisten frühzeitig behandelten Fälle erholen sich innerhalb weniger Wochen vollständig und hinterlassen keine Nachwirkungen. In fortgeschritteneren Fällen können jedoch folgende Komplikationen auftreten:

  • Die Plagiozephalie führt zu einer asymmetrischen Positionierung der okzipitalen Kondylen, was durch das Auftreten einer Wirbelsäulenskoliose kompensiert werden kann.
  • Die Schädelasymmetrie führt zu Gesichtsasymmetrien. Die Größe der Augenhöhlen kann unterschiedlich sein, was zu einer asymmetrischen visuellen Anpassung führt. Dies kann zu Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Strabismus führen. Das Kind benötigt möglicherweise eine Brille oder eine optometrische Behandlung.
  • Gesichtsasymmetrien sind auch auf Kieferebene sichtbar. Normalerweise entsteht eine Verdrehung der beiden Halbkiefer, die zu Problemen mit dem Zahnverschluss (Kreuzbiss) führen kann.

Medizinische Behandlung des kongenitalen Schiefhalses

Eine frühzeitige Behandlung durch einen spezialisierten Physiotherapeuten wird empfohlen, um eine erfolgreiche Genesung zu gewährleisten. Diese Behandlung umfasst regelmäßige Kontrollen und eine kontinuierliche Bewertung des Fortschritts der Erkrankung. Eltern erhalten vom Therapeuten in der Regel eine Reihe von Übungen und Techniken, die zu Hause durchgeführt werden können, um die Genesung so weit wie möglich zu beschleunigen.

Bei schweren Fällen von Plagiozephalie hat sich der Einsatz von kranialen Orthesen als sehr erfolgreich erwiesen.

In komplizierteren Fällen (ein geringer Prozentsatz der Fälle) wird der Arzt die Notwendigkeit anderer Behandlungsmethoden bewerten.

PLAGIOZEPHALIE

Die Plagiozephalie ist eine asymmetrische Schädeldeformität bei Säuglingen. Der Hauptgrund für die Plagiozephalie ist die Körperhaltung. Der Schädel des Babys kann durch die Stunden, die es liegend in Wiegen oder Kinderwagen verbringt, von einer Seite mehr abgeflacht werden als von der anderen.

Eine frühzeitige Behandlung fördert eine schnelle Genesung, da die Schädelknochen in den ersten Lebensmonaten des Babys noch formbarer sind. Sie wird oft mit einem kongenitalen Schiefhals in Verbindung gebracht, der zunächst behandelt werden muss, um die Schädeldeformität zu korrigieren.